Historische Details

15.Apr..2018

Bei dem Schulgebäude handelt es sich um eine ansehnliche Gründerzeitvilla
aus Klinkern und Sandstein. Im Auftrag des Berliner Unternehmers Gustav
Moers entstand 1886/87 das Gebäude in der Tiefurter Allee 6. Zeitgleich mit
dem Hauptgebäude ließ Moers eine einstöckige Remise am Rand des
Grundstückes erbauen.

Aufgrund der vielen architektonischen Details und
Verzierungen zählt das Haus mit Grundstück und Remise zu den künstlerisch
bedeutendsten historischen Villenbauten in Weimar. Die sogenannte „Villa
Moers“ ist als Kulturdenkmal im Thüringischen Denkmalbuch eingetragen.

Das Haus erfuhr im 20. Jahrhundert eine wechselvolle Nutzungsgeschichte, hier einige Ausschnitte:

  • 1934 bezog die nationalsozialistische Sturmabteilung (SA) die Villa mit
    Grundstück und residierte dort bis zum Ende des Krieges.
  • Seit Kriegsende 1945 wurde das Gebäude zeitweise als Eiersammelstelle für
    die Bauernhöfe der Umgebung genutzt und hieß umgangssprachlich
    deshalb auch „Eierschachtel“.
  • Zu DDR-Zeiten wurde es zeitweise als Schule der Russischen Gesandtschaft
    benutzt. So fand 1958 in diesem Rahmen eine Schuleinführung
    statt. Die damaligen Schulanfänger*innen besuchten die Schule 2018. Die Schuleinführung und das spätere Treffen der Ehemaligen sind in der Schule fotografisch dokumentiert..